Das Austrittsgespräch


Alle Mitarbeitende einer Firma sind auch Kunden einer Firma! Leider wird dies bei einer Trennung oft vergessen.

Austretende Mitarbeitende sind auch eine Chance, sowohl die Personalfluktuation besser in den Griff zu bekommen, wie auch die Firma in ein gutes Licht zu setzen.

Mit den richtigen Fragen bei einem Austrittsgespräch ergeben sich wertvolle Rückschlüsse auf die Firma. Dazu hat man noch einmal die Möglichkeit, die austretenden Mitarbeitenden als Kunden zu behalten oder zu gewinnen.

Eine hohe Fluktuationsrate muss Vorgesetzten und Personalverantwortlichen jedoch zu Denken anregen. Besonders die Ursachen von Kündigungen, denn angesichts der nicht geringen Kostgenbelastung sowohl durch Neueinstellung wie auch durch die austretenden Personen, sollte es für ein Unternehmen wichtig sein zu wissen, weshalb die Kündigung denn auch wirklich eingetroffen ist. Dazu sollte es ein Ziel sein, die Zahl der Stellenwechselnden möglichst tief zu halten.

Je mehr Informationen über mögliche Unzufriedenheitsfaktoren vorliegen, desto fundierter kann daraufhin entschieden werden, in welche Richtung entsprechende Massnahmen zielen sollten. Man darf nicht vergessen, dass nicht nur das negative, sondern auch positive Eigenschaften einer Firma von eminenter Wichtigkeit sind.

Aus Kündigungsschreiben sind Informationen über die tatsächlichen Austrittsmotive nur schwer zu erkennen.

Daher bekommt ein Austrittsgespräch umso mehr Bedeutung und ist auch eine Chance die Zusammenarbeit "ehrenvoll" abzuschliessen!

(Im übrigen gilt dies auch bei Kündigungen, welche die Firma aussprach!)

Ich höre immer wieder, dass dies nichts bringe, weil die Mitarbeitenden eh nicht ehrlich seien.

Dies ist natürlich ein Grund, aber kein Hindernis! Denn wenn ich mit diesen Hintergedanken in ein Gespräch gehe, wird wohl auch das passieren. Zudem bin ich der Meinung, dass man vom Guten des Menschen ausgehen sollte und nicht immer nur vom negativen.

Ich habe immer wieder erlebt, dass die Austretenden letztlich trotz anfänglicher Skepsis sehr froh über das Gespräch waren und es für alle Beteiligten eine äusserst befriedigende Angelegenheit war.

Bei einem Gespräch ist es daher umso wichtiger, eine gute, positive Atmosphäre zu schaffen. Dies ist wichtig, weil ich als Vorgesetzter das Vertrauen weitergeben will. Denn nur wenn das Vertrauensverhältnis da ist, öffnen sich die Austretenden.

Wenn alle Beteiligten ihre "Emotionen" abgelegt haben und ein sachliches Gespräch entstehen kann, in dem beide Parteien sehen, wie nützlich dieses Gespräch für alle ist, wird es eine ganz tolle und nachhaltige Angelegenheit wo es nur Gewinner gibt!

Nun einige wichtige Fragen beim Austrittsgespräch:

" Was genau an der Arbeit haben Sie als positiv empfunden?"

" War die Arbeit so, wie Sie es sich beim Stellenantritt vorgestellt hatten?

" Einmal angenommen, Sie wären der Chef, was würden Sie ändern?"

" Was hat Ihnen weniger gefallen?"

" Wie war der Kontakt mit den Mitarbeitenden?"

" Was würden Sie Ihrem Nachfolger für Tipps geben?"

" Würden Sie wieder für uns arbeiten?"

" Was haben sie für Fragen oder Anregungen an uns?"

Beachten Sie, dass ein Gespräch und kein Verhör werden soll!!! Es soll ein Gespräch mit einem "Win zu Win" Charakter sein! Gehen Sie auf die Antworten der Fragen ein und zeigen Sie wirkliches Interesse!